<----- stellt bitte hier euere optimal Textgröße ein ----->

Reisetagebuch Teneriffa 2011

Dies ist keine Anleitung für eueren Urlaub, sondern soll euch über die Möglichkeiten und Begebenheiten informieren.

Gebucht haben wir im Dezember 2010 über “Handicap.net”. Die, wie sich jedoch  rausstellte, mit teilweise falschen Bildern und falschen Beschreibungen  warben (dazu noch später). Davon würde ich die Finger lassen und lieber  gleich bei Schauinsland Reisen buchen, denn die Buchungsbestätigung  bekamen wir  von Schauinsland Reisen. Dort wurden der Flug mit Condor  und das Hotel organisiert. Es wurde darauf hingewiesen, dass ein  Rollstuhl-gerechter Transport zum Hotel zusätzlich gebucht werden muss.  Kann man sich aber sparen,  da es inzwischen Rollstuhl gerechte Taxis  gibt, die nur 20,- €  zum normal Preis mehr Kosten anstatt 64,-€ bei  LeRo.  In der Buchungsbestätigung von Condor war ein Rollstuhl  aufgelistet, jedoch wollte ich zwei Rollstühle mitnehmen und habe bei  Condor angefragt. Dort war man sehr freundlich und zuvorkommend und  sendete mir sofort die neue Reservierung zu. Zwei Rollstühle mitzunehmen war also kein Problem. Ein weiters nettes Gimmick war der bordeigene Rollstuhl mit dem man zur und in die Toilette gefahren werden konnte. Dies ist jedoch nicht auf allen Routen und Flugnummern der Fall. Bitte fragt vor der Buchung bei der Fluggesellschaft nach.

Allgemeines

An dieser Stelle möchte ich erstmal ein paar Fakten über Playa de las Americas einfließen lassen. Die Stadt lebt 100% von Tourismus was man an jeder Ecke merken kann. Entsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen, sei es mit bummeln, faul am Strand liegen, kulturellen Aktivitäten (z.B. Theater) oder Ausflügen. Hier wird genug für jeden geboten ob alt oder jung ob nicht behindert oder behindert.
Die Straßen und Gehsteige sind durchweg gut mit dem Rolli befahrbar. Besonderst zu empfehlen ist die Strandpromenade, die sich über mehrere Kilometer von Adejele bis Los Cristianos erstreckt und schön eben ist. Teneriffa ist wie ihr sicher wisst eine Vulkaninsel und deshalb nicht so flach wie eine Flunder, sondern genau das Gegenteil. Will man mehr von der Landschaft sehen, so rate ich zu einem E-Rolli oder e-Motions. Nach einem Tag auf vier Rädern weiß man was Sache ist. Besitz man keinen E-Rolli, so ist dies kein Problem, da es zwei Sänitätshäuser gibt, die diese ausleihen. Zu nennen wäre da “LeRo”. Preise werde ich hier keine angeben da die ja von Jahr zu Jahr variieren. Etwas außerhalb von Las Americas gibt es ein recht großes Industriegebiet Mit zahlreichen Möbelhäusern , Supermärkten und Autohäusern in denen wohl mehr die Einheimischen einkaufen.
Zentral gelegen gibt es ein Krankenhaus mit einem Ärztezentrum und die Versorgung entspricht durchaus deutschen Standards. Die meisten Ärzte sprechen darüber hinaus gut deutsch. Nicht in allen Shops wird deutsch verstanden, so ist ein wenig Englisch sicherlich hilfreich. Fährt man  weiter ins Landesinnere sollte man einen kleinen Deutsch-Spanisch Übersetzer dabei haben. Anzumerken sei hier noch, daß es genug öffentliche behinderten gerechte Toiletten gibt, für die man aber auf jeden Fall einen Euro WC Schlüssel braucht. Festgestellt habe ich auch, daß es kein Problem ist einfach mal ins nächste Hotel zu fahren und nach einem WC zu fragen. Playa de las Americas gilt als sehr sicher, was auch mit an der ständig, jedoch recht unauffälligen, Polizeipräsenz liegt. Ich hatte bis dahin auch noch nie Polizisten auf Elektro-Motorrädern in kurzen Hosen gesehen.
Die Insulaner sind durchweg freundlich und immer hilfsbereit, ohne jedoch dabei aufdringlich zu wirken.
Alles in allem: Wer einen rundum angenehmen Urlaub mit dem Rollstuhl verbringen will ist hier mit Sicherheit an der Richtigen Adresse Für andere Hotels verbürge ich mich natürlich nicht.
Es empfiehlt sich im Vorfeld natürlich noch in Reiseführern und dem Internet zu recherchieren was man alles unternehmen will, sonst wird man von dem Angebot auf dieser kleinen Insel erschlagen.
Ach, ja, mit einem Mietwagen habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die Preise waren moderat man ist unabhängig von Touristenbussen und sehr flexibel. Die Benzinpreise lagen mit ca 0,95 € auch eher im “fahr lieber mal mehr” Bereich

Für welches Hotel sich der einzelne auch entscheiden wird, ich kam aus meiner Erfahrung das Dreamplacehotel Noelia Sur nur empfehlen. Aber Achtung: wer es am Abend leise haben will, sollte kein Zimmer zur Pool-Seite buchen. Mir hatte das aber gerade gefallen.

Auch wenn Ihr im Rollstuhl sitzt ist das Leben noch nicht vorbei, es kommt immer darauf an was Ihr daraus macht. Traut euch doch was zu.

 

Sonntag (28.08.2011)

Geflogen sind wir am 28.08.2011 von München nach Teneriffa Süd mit Condor im  Direktflug. Dies machte die Anreise sehr angenehm. Da wir zu diesem  Zeitpunkt noch nichts von den Rollstuhl gerechten Taxis wussten und  schon bei LeRo gebucht hatten ging es wenigstens ohne Zwischenfälle zum  Hotel. Angekommen am Hotel “Noelia Sur”, wurden wir überaus  freundlich  empfangen. Das einchecken dauerte nur eine Wimpernschlag und wir konnten auf unser  Zimmer. Dort stellten wir fest, dass es nicht barrierefrei  sondern  nur behinderten-freundlich ausgestattet war obwohl es bei  Handicap.net als barrierefrei angeboten wurde. Für fitte Rollstuhlfahrer ist das weniger ein Problem. Es wurde uns auch angeboten das Zimmer zu  wechseln doch wir haben das Angebot nicht angenommen, denn das Zimmer  war sehr schön und das Bad groß genug. Haltegriffe an der Toilette gab  es ja.
 Nur kein Streß schon am ersten Tag.
Kaum angekommen ging es nun erstmal zum Strand die Lage checken.
Früh am Abend ging es zum Hotel zurück. Die Reise war doch anstrengend.

 

Montag (29.08.2011)

An diesem  Morgen schien schon die Sonne als wir aufstanden und unsere  Herzen lachten. So muß ein Urlaub beginnen und es kam noch besser, denn  was hier am Frühstücksbuffet aufgefahren wurde war grandios, was sich  auch an den folgenden Tagen wiederholte. Auf YouTube gibt es sogar ein  Video davon. Zum Beispiel:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=s7OtJPvw84Y

Falls es Probleme mit diesem Link gibt:  den Link in den Browser kopieren

Danach haben wir uns auf den Weg zum Strand gemacht. Der Atlantik rief. Leider konnte ich den Behindertengerechten Strand Las Vistas gar nicht richtig nutzen, da ausgerechnet an diesem Tag
solch hohe Wellen waren wie  seit zwei Jahren nicht mehr. Was ich dann auch noch zu spüren bekam. Es  fing ganz harmlos an. Das Meer zog sich weit zurück  und da war er: “Mein erster mini Tsunami”. Als ich realisierte was da auf mich zukam war es schon zu spät.  “Ich schaffe es nicht mehr mich auf meinen Rollstuhl umzusetzen” , dachte ich bei mir und streckte schnell den Fotoapparat in der einen  und den Rucksack in der anderen Hand hoch in die Luft. Und dann kam es  über mich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis zum Hals war ich nass und  voll Sand. Es hat mich voll erwischt. Mein neuer Rollstuhl NEIN nur dass nicht und doch ihn hat es auch erwischt. Nun war erstmal duschen  angesagt. Mein Aktiv-Rolli und ich gemeinsam unter der Dusche, dass  hätte ich mir nicht träumen lassen.
Damit war der Strand für heute  gegessen. Es ging zurück ins Hotel wo wir nochmal den restlichen Sand  von mir und dem Rolli abspülten. Hoffentlich nehmen die Lager keinen  Schaden.
Um 17:00 Uhr fand eine Informationsveranstaltung des  Reiseveranstalters statt. Dies nutzten wir um auf einige Mängel  aufmerksam zu machen. Die hoch angepriesene Dachterrasse mit den zwei  Pool’s war nur noch auf einer Seite zugänglich und das war nun die FKK  Zone und die andere Hälfte war eine Baustelle. Mit den Rollstuhl hätte  ich aber sowieso keine Chance gehabt. Der Fahrstuhl war nicht bereit so  hoch zu fahren. Liegt wohl daran das dies aus Bautechnischer Sicht  schlicht und einfach nicht möglich war. Ein paar weitere Mängel hatten  wir dann vorgetragen. Der Reiseleiter reagierte als wenn mann ihm auf  die Füsse getreten, ein Messer an den Hals gehalten und einen  Giftcocktail verabreicht hätte. Nämlich uneinsichtig und pampig. Es geht uns doch nicht darum irgend welche Ansprüche geltend zu machen, sonder  darauf hinzuweisen, dass viel Versprochen wurde, was nicht gehalten  werden konnte. Noch schlimmer, wir mussten unterschreiben dass wir einen Zimmer oder Hotel tausch ablehnten. Nach dieser doch etwas heftigen  Diskussion ging es dann zum Dinner und dies konnte uns wieder versöhnen. Zum Dinner (auch ein Büfett) gibt es wieder  ein gutes Video bei  YouTube.
Abends nochmal ein bisschen an der Strandpromenade flanieren und dann ins Bett.

 

Dienstag (30.08.2011)

Es ist früh am Morgen die Sonne schiebt sich langsam über die Berge und  erhellt unser Gemüt. Die ersten weiblichen Wesen sammeln sich am Pool.  Oh ja, das kann heute aber ganz schön heiß werden (Wetter-technisch  natürlich wehe wer da andere Gedanken hatte) . Nun schnell fertig  gemacht und auf zum Marathon Frühstück. Ich bin schon am überlegen wie  ich die ganzen Kilos wieder weg bekomme. Besser man denkt nicht darüber  nach und genießt. Nachdem Frühstück ein erneuter Versuch den extra für  Behinderte angelegten Strand auszunutzen. So, erstmal sehen was es hier  so alles gibt. Behinderten WC ist ja schon mal und richtig groß mit  einer gemütlichen Bank für die Begleitperson ( falls man eine braucht).  30 Meter weiter noch ein Behinderten WC ja, das ist doch schon mal was.  Alle Behinderten WC’s sind, bis auf eine, mit dem Euro WC Schlüssel zu  öffnen. Für das  eine WC  (in einer der Galerien) muß der Schlüssel beim Reinigungspersonal abgeholt werden, gut wenn man es weiß.
Eine  Rot-Kreuz Station ist auf direkt am Strand. Da kann man wenigstens mal  einen Herzinfarkt bekommen ohne sich gleich Sorgen machen zu müssen.
Wichtig !!!  Es gibt Standbuggys mit denen man sich durchs Wasser ziehen lassen kann. So ganz umsonst. Ich konnte es erst nicht glauben. Das muß ich  doch gleich mal ausprobieren. Ich kommen mir vor wie King Käs. Bäng  !! jetzt ist doch glatt meine Seifenblase geplatzt, denn alle Flaggen  waren auf gelb soll heißen hohe Wellen und nichts geht mehr Da bleibt  nichts anderes übrig als faul in der Sonne zu liegen und sich fühlen wie ein Hänchen auf dem Grill. Bevor ich ganz durch bin gehen wir erstmal  genüsslich einen Kaffee trinken. Wasser wäre zwar besser schmeckt mir  aber nicht so gut. Dann wieder an den Strand liegen. Da ich ein  unverbesserlicher Optimist bin fragte ich bei den Helfern nach ob sie  mich mit ihrem Buggy ins Wasser bringen könnten. Flaggen nicht grün dann nix Wasser Sie sagten es ab und meinten erst am nächsten Tag wieder.
Total deprimiert habe ich mich auf meinen Rolli geschwungen. Bei Frauen hilft da ja meistens: “SHOPPEN” . Das muß ich jetzt doch auch mal ausprobieren. “ES HILFT “. Hoffentlich hat mir die Sonne nichts weg gebrannt. Nachdem wir  zahlreiche Geschäfte unsicher gemacht hatten ging es zufrieden und mit  der Welt im Einklang zurück ins Hotel
Ein kleiner Flirt mit einer  netten Praktikantin im Hotel, rundeten den Tag ab. Ernsthaft Gespräche  kann ich durchaus auch führen und klagte der Praktikantin mein Leid soll heißen es gäbe hier und da ein paar Verbesserungsvorschläge die mit  wenig Aufwand den Aufenthalt für Behinderte im Hotel noch angenehmer  machen könnte. Sie versprach es der Hotelleitung mitzuteilen
Anschließend schick machen für das Dinner.  Kurze Hosen oder so, ist nicht. 4 Sterne bedeuten halt auch eine entsprechende Etikette. Ich hau mich jetzt faul wie ich bin an die Pool-bar schließlich haben wir All-Inclusiv. Es soll sich ja rentieren. Meine Frau steigt inzwischen dem Hotel aufs Dach,  wegen der besseren Sicht auf den Sonnenuntergang. Schließlich wollen wir ein paar Fotos mit nach Hause bringen. Nur die Sonne spielte nicht so  ganz mit. Die wollte doch einfach nicht untergehen. Minute um Minute  vergingen und dann war es so spät, dass ich um den Abendspaziergang  herum gekommen bin. Darüber war ich verdammt traurig. Hoffentlich ließt  das meine Frau nicht. Werde wohl den Link verheimlichen. Was zum trinken von der Bar mitgenommen und ausgiebig den Balkon getestet. Test  bestanden. Die Klimaanlage anschalten, damit das Zimmer noch ein wenig  für die Nacht abkühlen kann damit aus unserem Bett kein Wasserbett wird.

 

Mittwoch (31.08.2011)

Nachdem uns der Strand immer wieder Steine in den Weg gelegt hat, zwar kleine  Steine aber dafür ein paar Millionen, sind wir uns sicher : “ Der Strand hat uns nicht lieb”.
Heute versuchen wir lieber mal was anderes. Schließlich sind wir hier in Urlaub und nicht um faul am Strand rum zu liegen.
Erstmal richtig ausschlafen. Es ist 7:00 Uhr. Hat da jemand was von ausschlafen gesagt ?  “ Um diese Zeit schmeißt man doch niemanden aus dem Bett ” sagt mein innerer Schweinehund doch das Frühstücksbüfett lockt schon. Wo soll das bloß noch enden.
Für heute haben wir uns vorgenommen  Los Americas mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Was soviel heißt wie: “ Bummeln bis die Reifen rauchen
Schnell stellten wir fest das es so viele Shopping-Center wie Sandkörner am  Strand gibt. Ich befürchte das schlimmste. Und es kam schlimmer.  Irgendwie sind wir auf die glorreiche Idee gekommen auch noch nach Los  Cristianos zu wandern. So ging es immer an der Promenade entlang bis die Promenade Mitleid mit mir hatte und an einer Unterführung endete. Los  Cristianos. Ein Navi würde jetzt sagen: “ Sie haben Ihr Ziel erreicht ”   Laut Internet und verschiedenen Reiseführern soll Los Cristianos total  Behinderten freundlich sein, weil es da ja das berühmte Mar Y Sol gibt. Ein “ Hotel” mit medizinischen Einrichtungen und Anwendungen  speziell für MS erkrankte. Aber ein Optimist hat das Problem immer  wieder enttäuscht zu werden. Los Cristianos ist lange nicht so  Behinderten freundlich wie überall geschrieben. Da hat Playa de las  Americas deutlich mehr zu bieten.
Nun schlug die große Stunde von  Bettina “Wale anschauen fahren”. Am Strand gibt es unzählige Angebote  und man muss schon höllisch aufpassen um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Alsbald hatten wir unseren Favoriten gefunden. Er war seriös  einer der billigsten und konnte uns wichtige Informationen geben.  Übrigens war er der einzige, der uns eine 100% Garantie geben konnte  auch wirklich Wale sehen zu können. Wie wir später recherchiert haben,  hatte er das einzige Boot das eine Erlaubnis hatte in die Schutzzone der Wale zu fahren. Ab und zu braucht der Mensch auch ein wenig Glück.
Obwohl es mir auch ermöglicht worden wäre, bin ich lieber nicht mitgefahren.  Alles was kleiner als die Costa Concordia ist taugt mir nicht. Mmmm ich  sollte wohl ein anderes Schiff als Größenvergleich nehmen, aber Titanic  passt auch nicht so gut.
Ich bin in der Zeit (2 Stunden) lieber ein  wenig rum-gerollert. Anschließend Kaffee trinken gegangen und habe  zahllose Touristen beobachtet.
Na, jetzt lass ich aber auch mal Bettina an die Tastatur, meine Finger glühen schon. Sieht fasst so aus wie bei E.T.
 Auf dem Rückweg schaute Harald noch nach seinem Geburtstagsgeschenk. Ein  Paradies für Harald, bei so vielen Elektronikläden. Da war ein Wunsch  gleich da (ein Tablett-PC). Der Preis: na ja. Also schauen und  verhandeln was  das Zeug hält. Ein türkischer Basar ist vermutlich ein  Witz dagegen. Die Verkäufer sind teilweise sehr aggressiv. Man kann  nicht einfach reingehen und sich umschauen. Zeigt man Interesse wollen  sie es einem unbedingt verkaufen. Das merkt man dann schnell. Bei einem  hat es auch funktioniert. Harald nahm sein Geschenk mit. Das hatte aber  noch Folgen.
Erst mal an die Pool-bar was Erfrischendes trinken. Dort konnte Harald in Ruhe auspacken und sich seinem Geburtstagsgeschenk  widmen.
Danach haben wir uns erst einmal frisch gemacht. Und  anschließend fertig machen fürs Dinner. Die Schlacht am Büffet war schnell eröffnet.
Danach noch einen Kaffee an der Pool-bar und anschließend noch einen Spaziergang zum Verdauen.

 

Donnerstag (01.09.2011)

Heute gibt es ausnahmsweise mal nicht allzuviel zu berichten. Heute ist endlich mal richtig Urlaub. So ganz tief hängen lassen und die Seele baumeln lassen. Nun erst mal das Frühstücksbüfett unter freiem Himmel genießen, was für eine Wohltat. Total relaxed noch eine zweite oder dritte Tasse Kaffee schlürfen sich zurücklehnen und dabei eine Zigarette schmöken. Warum ist das nicht das ganze Jahr so ?
Ok. aber nun ist erstmal wieder Hektik angesagt, immerhin wollen wir eine der Hotel-Liegen in Beschlag nehmen. Wir suchten uns etwas abseits des Pool’s einen Bereich auf der die Liegen auf einem künstlich nachgebildeten Strand stehen. Kleine aus Holz nachgebauten Palmen spenden hier Schatten. Was uns wunderte:  kaum eine dieser Liegen war in  Beschlag genommen worden. Wir hatten die freie Auswahl. Ganz in der Nähe gab es eine Toilette, leider nicht behinderten-gerecht. Bettina fing an ein Buch zu lesen und ich habe erstmal mein Tablett-PC ausprobiert. Nachdem es aber immer heißer wurde verzog ich mich an die Pool-bar, wo ich ständig genug zum trinken hingestellt bekam. Es ist immer gut sich mit den Angestellten gut zu stellen.
Aber auf dauer ist das nichts für mich, viel zu langweilig, und wir gingen zur Promenade um uns nach ein paar Ausflügen zu erkundigen. Der Spruch “Gibt es mehr als Sand am Strand”  trifft wohl ziemlich genau auf die Angebote zu.Wir haben sogar zwei Touren gebucht. Eine Inselrundfahrt für Bettina (zuviel Kultur für mich) und einen Ausflug auf den Vulkan für uns beide.
An der Pool-bar nun den Tag bei einem Lauen Lüftchen ausklingen lassen.

 

Freitag (02.09.2011)

Heute beginnt ein neues Abenteuer. Bettina’s Inselrundfahrt steht unmittelbar bevor. Und das Abenteuer beginnt schon bevor es überhaupt begonnen hat. Der Bus ist nicht zur Verabredeten Zeit aufgetaucht. Was nun ? Panik macht sich breit: sollte ich heute doch nicht meine  erwartete Auszeit bekommen ?  Doch Hilfe in der Not bekommt man immer an der Rezeption. Wie Mc Gyver wissen Sie immer Rat. In diesem Fall in Gestallt eines technischen Wunderwerks “ Dem Telefon”. Wir können doch noch soooo viel von diesen Menschen lernen, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Ein Anruf späterwar klar, der Busfahrer hat Bettina schlicht und einfach vergessen. 10 Minuten später hält eine schwarze Limousine mit getönten Scheiben vor dem Hotel und meine Frau verschwand.
Was danach geschah, soll euch Bettina aber selbst berichten.

Verspätet ging es also los. Den Bus eingeholt und umgestiegen ging es weiter Richtung Teide. Dem höchsten Vulkan Spaniens.
Dort fuhren wir durch den Nationalpark Teide, der aus ca. 600 Vulkanen besteht. Diese schlafen aber fast alle. Es gibt immer wieder Erdbeben in gewissen Regionen der Insel. Wir fuhren durch ein Gebiet das La Luna heißt und genauso aussah. Eine echte Mondlandschaft. Dort wurden auch schon Filme gedreht z.B. "Planet der Affen" oder "Krieg der Sterne"
Weiter ging es zum Mittagessen in der Oasis del Valle. Dort war auch eine Zone für Picknick. Anschließend konnte man noch durch einen kleinen Park schlendern.
Danach fuhren wir über Puerto de la Cruz nach Icod de Los Vinos. Dort gab es eine Weinprobe für den der mochte. Dann ging es zum ältesten Baum der Welt. Ein Drachenbaum der 700 - 800 Jahre alt ist. Aus diesen Drachenbäumen wird auf Teneriffa Likör gemacht. Den Drachenbaum sah man vom Vorplatz der Kirche San Marcos besser. Daher sind wir nicht in den Garten gegangen sondern direkt auf den Vorplatz. Man spart sich den Eintritt und hat eine bessere Sicht auf den Baum. Nun vorbei an der Kirche, mit ihrem schönen Vorplatz durch die Gässchen zurück zum Bus. Für Rollstuhlfahrer eher problematisch, da es viele Treppen gibt und der Rest sehr steil ist. Außerdem sind fast alle Gassen mit Kopfsteinpflaster versehen, so dass es einen richtig durchrüttelt.
Wir fuhren weiter nach Garachio. Diese Stadt wurde 1706 bei einem Vulkanausbruch komplett vernichtet. Es war 100 Jahre eine Geisterstadt. Erst dann gab die Regierung die Region zum Wiederaufbau frei. Anders wie in Italien wurde auf Teneriffa einfach nur drauf gebaut und nichts freigelegt. Dort werden die Feste der Reichen Spaniens gefeiert. Ein Zutritt zu der Kirche ist uns nicht gestattet gewesen. Aber dafür sahen wir ein atemberaubendes Naturfreibad. Super angelegt und freier Eintritt. Jedoch nicht für Rollstuhlfahrer geeignet, da alles Klippen sind. Folgen des Vulkanausbruchs.
Dann fuhren wir weiter. Durch einen Vulkankrater, der einzig erloschenen Vulkan Teneriffas, hinauf  nach Masca. Die Schlucht von Masca ist beeindruckend. Sie geht runter bis ans Meer. Masca ist der letzte Ort den die Spanier eingenommen haben. Dafür brauchten sie damals 30 Jahre. Es ist heute noch ein original kanarisches Bergdorf mit 70 Einwohnern. Das war der letzte Stopp auf der Rundfahrt.
Über Santiago del Teide und Vilaflor sind wir zurück gefahren nach Playa de las Americas. Pünktlich gegen 18:30 Uhr erreichten wir das Hotel.

So nun zurück zu mir. Während Bettina ihren Ausflug genoss beschränkte sich mein Abenteuer an diesen Tag auf die Reklamation meines Tablett-PC’s. Er tat einfach nicht das was er sollte. Nach viel hin und her ungeschicktem verhandeln oder einfach nur dem Problem, daß auf einmal keiner der Verkäufer (das waren Inder) deutsch noch englisch sprechen konnten (wollten). Doch ich habe mein Ziel erreicht. Mit meinem neuen Tab ging es wieder zurück zum Hotel um den Sieg ausgiebig an der Pool-bar zu feiern.

 

Samstag (03.09.2011)

Erst einmal ausschlafen (was mach einer auch unter früh aufstehen versteht,  Ha), und zum Frühstücksbüfett. Am Büfett geht es, obwohl sehr viele Gäste anwesend waren, sehr beschaulich zu. Kein Kampf wer am schnellsten sein Essen zusammengestellt hat noch irgendein Gedränge. Das liegt wohl daran das es so riesig ist und dann noch doppelt vorhanden war. Hier kann man herrlich schlemmen. Aber als aller erstes brauche ich einen heißen starken Kaffee. Im übrigen: wer sein Ei auf eine besondere Art und Weise zubereitet haben will, geht einfach zu dem Koch der gerade vor den Gästen kocht. Dafür gibt es extra im Restaurant eine Kochstelle. Nachdem Frühstück noch schnell ein paar Brötchen für unsere Bustour belegen.
Dann kann es auch schon losgehen. Kurz nach 10:00 werden wir am Hotel abgeholt. Dieses Mal klappt alles. Der Bus ist da. Gut ich wusste, dass der Bus nicht behinderten gerecht ist, aber das er so hoch ist hätte ich nicht vermutet. So stand ich nun mit meinem Rolli vor der Bustür und war schon mal im Geiste beim einsteigen. Zack vom Rollstuhl auf die Stufe umgesetzt und hoch gerobbt. Ich sitze. Einigen der Mitreisenden haben den Mund gar nicht mehr zu bekommen. Inzwischen verstaute der Fahrer meinen Rollstuhl im Gepäckfach. Es ist ein nur ein Halbtagesausflug auf den Vulkan und das sollte sich noch als mehr als ausreichend herausstellen, denn anschließend konnte man mich wegwerfen so anstengend war es für mich.
Mal sehen was heute noch so alles schief geht
Los geht’s. Wir fahren die gleiche Strecke hoch, wie gestern Bettina bei ihrer Rundfahrt. Auch der erste Stopp ist gleich. Dann weiter die Serpentinen hoch in den Nationalpark Teide. Es ist schon eine beeindruckende Landschaft. Es reicht von tiefem Dschungel bis hin zur Geröllwüste. Es geht durch einen Kiefernwald, dem Wasserspeicher Teneriffas, der sich trotz eines Waldbrandes wieder vollständig erholt hat, durch die Wolken hindurch. Man sieht von hier aus die Inseln La Gomera und Gran Canaria. Weiter geht es über die Baumgrenze hinauf, bis zur Talstation der Seilbahn. Und hier beginnt das Abenteuer für einen Behinderten.Nach der zwar interessanten aber auch langen Fahrt erstmal auf Klo. Da ein Schild zum behinderten-WC. Das war es dann auch schon. Ich rutsche schon von links nach rechts und vorne nach hinten. Nun wird es aber richtig dringend und versuche es in der Herrentoilette. Mit viel Not und Mühe ahhhhhh geschaft. Jetzt geht Bettina auf die Damen Toilette und kommt kurze Zeit später ganz aufgeregt angerannt:  Harald, Harald, ich hab das behinderten WC gefunden !!! Wo ?,  fragte ich.   Ja, die befindet sich auf der Damentoilette, kam die Antwort. So so, jetzt haben Sie die Toilette einfach versteckt. Nun weiß ich es wenigstens. Die fahrt mit der Seilbahn ist für Bettina und mich umsonst und wir werden zu einem anderen Eingang (was eigentlich der Ausgang ist) gebracht. Ich traute meinen Augen nicht !!!! Jede Menge Treppenstufen und kein Aufzug weit und breit, doch schon nahte Hilfe in form von vier Männern. Die werden doch wohl nicht... und ob. bevor ich auch nur “ Peep ” sagen konnte, schnappten mich die Gestalten, und verfrachteten mich nach oben. Es war keine Zeit um zu erklären wo man einen Rollstuhl anfasst und so hatte ich eigentlich Glück, heile oben angekommen zu sein. Ich frage mich was die mit einen Elektrorollstuhl wohl anstellen. Oben auf der Bergstation sah die Sache noch schlimmer aus. Wieder eine Treppe mit vielen Stufen so das sich mein Auslauf auf eine Plattform von ca. 1,50  m x 1,50 m beschränkte. Doch auch hier bot man mir an mich herunter zu tragen, was ich gerne annahm. Allerdings vergrößerte sich mein Aktionsradius nicht wesentlich und ein WC für mich gab es auch nicht. So sind wir dann nicht allzulange geblieben, obwohl die Aussicht grandios war. Das nächstemal muß ich eine “ schluck” eine Windel mitnehmen. Eine Kleinigkeit essen und schon ging es wieder mit den Bus mit ein, zwei Stopps zurück zum Hotel.

 

Sonntag(04.09.2011)

Die zweite Woche beginnt und ich denke ich werde mich etwas kürzer fassen wobei natürlich die wichtigsten Informationen nicht fehlen werden.

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag war heute nichts aufsehen erregendes geplant. Zum anderen war es heute zum ersten mal richtig bewölkt und  windig. Die Temperatur lag nur noch bei ca 23 Grad und so entschieden wir an den Strand zu liegen, da die Gefahr einer Überhitzung stark abgenommen hatte.
Bettina testete gleich mal den Salzgehalt des Wassers oder was man auch immer mit den Füssen im Wasser macht, und ward dann eine ganze Zeit nicht mehr zu sehen. Ich habe es mir auf einer der Liegen bequem gemacht vielleicht zu bequem, denn angeregt durch den kühlen Wind dauerte es nicht lange und es begannen heftigste Spasmen. Als diese auch nach einer Stunde noch nicht nachgelassen hatten beschlossen wir was anderes zu machen. Entweder bummeln oder Kaffee trinken oder  bummeln und Kaffee trinken und so beschlossen wir uns ein Auto zu mieten soll ja auch ganz spannend sein. Es stellte sich jedoch heraus, das die Agentur Angestellte deutsch sprach und sich so die Spannung nicht einstellte. Blöde Globalisierung. Am nächsten Morgen soll unser Mietwagen bereitstehen, teilte uns die Mitarbeiterin mit.
Am Abend haben wir uns dann noch eine Show im Hotel angesehen da gab es jeden Abend was anderes. Mal eine Musikgruppe mal ein Zauberkünstler oder oder....  Das hieß dann Rückzug auf den Balkon.

 Langsam wurde es dunkel ich saß im Rollstuhl die Beine hoch auf die Balkonbrüstung gelegt. Es wurde dunkler und dunkler und leiser und leiser. Plötzlich, ich traue meinen Augen nicht da fliegen doch drei etwas seltsam anmutende Objekte  über den Nachthimmel immer in Kreisbewegungen in Richtung La Gomera. Alle drei Objekte haben eine dreieckige Form wie Drachenflieger und hell wie die Sterne. Für einen Hubschrauber waren sie viel zu leise und für Flugzeuge zu langsam. “ Beam me up, Scotty” dachte ich bei mir. Immer weiter ziehen sie Ihre Kreise und verschinden langsam aus meinem Blickfeld.  PÄNG ein lauter Knall erregt meine Aufmerksamkeit, doch der Barmann hat nur seinen Rollladen heruntergelassen. Um 21:00 Uhr ?  Ein Blick auf die Uhr  ... Mitternacht ... haben mich die drei Objekte etwa in der Zeit springen lassen ? Oder noch schlimmer:  Bin ich etwa eingeschlafen und habe geträumt ? Wir werden es wohl nie erfahren.Kein Scheiß, es hat sich wirklich so zugetragen.

 

Montag(05.09.2011)

Heute gehe wir mal wieder in die Planungs-Phase uns auszubaldovern, was wir diese Woche anstellen wollen. Da wir ja jetzt unseren Mietwagen bald haben, können wir die Gegend noch unsicherer machen als bisher. Nun ist die ganze Insel unsicher nicht nur Playa de las Americas. Keiner kann uns nunmehr entkommen. Ich glaube die Insulaner wissen noch nicht was da auf Sie zugerollt kommt. Aber erstmal ein wenig die Passagen und Souveniershops aufmischen schließlich wollen wir ja noch ein paar Kleinigkeiten für unsere Kinder mit nach Hause nehmen.  Raus auf die Straße und gerollert was das Zeug hält. Oh, es ist ja schon fast Mittagszeit da könnten wir doch zum ersten mal das Mittagessen im Hotel ausprobieren. Durch unsere Unternehmungen sind wir bisher gar nicht dazu gekommen dieses Büfett auszuprobieren. Das werden wir uns mal reinziehen. Ich kann euch gar nicht beschreiben wie enttäuscht ich war: “ wieder nichts zu meckern”, im Gegenteil  das Büfett war ähnlich den des Dinners am Abend es geht nur etwas legerer zu.Also wenn ich hier nicht zunehme !!!! Mir graut es schon zuhause auf die Waage zu gehen. Am Nachmittag ging es dann wieder Spazieren. dieses mal jedoch in Richtung Berge am Stadion. Ich wusste es wird anstengend und ich hatten kein E-Antrieb. So nach gefühlten 1000 Km erreichten wir am Abend das Hotel wieder. Siehe da unsere Reiseleitung hält eine Informationsveranstaltung aber erstmal die Rezeptionisten(inen) begrüßen. Man weiß ja wo man sich einschmeicheln muss. Ratsch,  der Greifreifenüberzug ist gerissen was nun? Jetzt macht es sich bezahlt immer freundlich zu sein, denn die Angestellten holten sofort den Hausmeister Dieser half  erstmal mit Gewebeklebeband aus.  Was soll ich sagen, es ist immer noch dran.  Unser Reiseleiter hat gewechselt. Mal sehen wir der so drauf ist. Ok er macht einen ganz guten Eindruck freundlich nett und zuvorkommend. Na, wer sagts den, es geht doch. Bei Ihm haben wir dann auch schon mal die Eintrittskarten für LORO-Parque gekauft.

 

Dienstag(06.09.2011)

Wow, heute können wir erstmal unseren Mietwagen ausprobieren. Es ist so ein schnuckeliger Kleinwagen eine Renault Clio. Der Rollstuhl geht mit abmontierten Reifen aber recht ordentlich in den Kofferraum. Der Tank ist voll, also steht einer ersten Spritztour nicht im Wege. Unterwegs gab es so das ein oder andere schöne Fleckchen Erde und wir konnten einfach anhalten und es genießen. Ist doch was ganz anderes als mit dem Bus. Eine Besonderheit die mir jetzt erst aufgefallen ist, sind die Bushaltestellen direkt an der Autobahn. Echt, da halten Busse und es gibt sogar extra Linienbusse für Rollstuhlfahrer. Guimar steht auf dem Schild der Autobahn . Woher kommt mir das nur so bekannt vor ? War da nicht etwas besonderes ? Ja, die Pyramiden. Schnell noch die Ausfahrt genommen und schon waren wir irgendwo in der Pampa. Ein Schild “ Pyramiden von Guimar” gerade aus. Doch dann nichts mehr. Ja wo sind sie denn ? Nachdem wir mittlerweile überall und nirgends waren und kein weites Hinweisschild mehr kam,  beschossen wir erstmal wieder zurückzufahren. Im Auto sind es mindestens 50 Grad und der kleine Wagen hat nun mal keine Klimaanlage. Also lieber ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen und ein Vehikel mit Kühlung nehmen.
Auf dem Rückweg, ich glaub ich habe schon 100 Liter ausgeschwitzt kamen wir in ein Industriegebiet mit einem Großen Supermarkt. Wasser, Wasser, die Rettung. Was lernen wir daraus? Immer was zum trinken mitnehmen.
Im Restaurant und fragten ob wir das Dinner von 19:00 - 21:00 Uhr auf 21:00 - 23:00 Uhr verlegen könnten, was auch problemlos möglich war. Nun haben wir mehr Zeit zum rumgurken. So nur noch ein Picknick für morgen bestellen. dann kann der nächste Tag kommen.

 

Mittwoch(05.09.2011)

In aller Früh aufstehen. Richtig früh denn wir wollen heute zum Loro-Parque. Frühstücken und das Picknick abholen und schon waren wir unterwegs. Dieses mal habe ich jedoch für alle Fälle ein Navi dabei und natürlich den Rollstuhl mit den e-Motions. Der Loro-Parque soll nicht gerade eben sei, was sich auch später bewahrheitete.
Wir kamen zwar nicht ganz in der geplanten Zeit an. Doch wir haben es gut gefunden. Für die Fahrt sollte man ca 1 1/2 Stunden einplanen
Einen Parkplatz fanden wir gleich. Es gibt zwar behinderten Parkplätze direkt vor dem Eingang, aber solange ich bin, brauche ich diese nicht. Es waren noch keine Busse in Sicht, sodaß sich die Wartezeit an der Kasse auf ein minimum  beschränkte was auch daran lag, das wir die Eintrittskarten schon hatten.
Wer den Loro-Parque noch nicht aus dem Fernsehen kennt, dem soll gesagt sein “ einmal muß man ihn gesehen haben” aber ein zweites mal ? Schaut euch doch einfach mal die Bilder an.
Zu bemerken wäre hier, dass es bei den Shows extra Plätze für Rollstuhlfahrer und deren Begleitperson gibt. Auch sind genügend Behinderten WCs verfügbar.
Nach einem langen und anstengenden Tag waren wir froh gleich einen Parkplatz vor den Hotel zu finden. Ab und zu muss man diese nämlich suchen.

 

Donnerstag(06.09.2011)

Am Morgen haben wir uns erst mal gestärkt und ein paar Brötchen (auch “ Semmeln ” genannt ...für Bayern) für unterwegs geschmiert. Anschließend ging es wieder auf die Piste.
Diesmal fuhren wir erneut Richtung Guimar, den Pyramiden entgegen. Allerdings hatten wir uns vorher den Weg im Internet angeschaut. So sollten wir es diesmal finden. Frischen Mutes fuhren wir nach Guimar.
Und tatsächlich es gab Sie wirklich nicht nur das Schild.  Es war wieder mal brütend heiß und es gab kaum Schatten, aber wir haben die Pyramiden trotzdem besichtigt. Wer allerdings diese Wege befahren will, sollte gute Bremsen oder Handschuhe aus Asbest haben. Es war doch steiler als gedacht. Die andere Seite wieder hoch war dann auch nicht viel besser, da es selbst dem Aktivrollstuhl schon zu warm wurde. Die Bodenhaftung war nicht mehr wirklich gegeben. Es war mehr ein durchrutschen. Ich war froh, dass Bettina dabei war, alleine hätte ich mich schwer getan, obwohl der Weg an sich gut angelegt ist.
Die Pyramiden ähneln sehr denen von Mexiko. Das fand ich sehr beeindruckend. Da mich die Geschichte schon immer fasziniert hat. Man fand den Opfertempel. Und sah die Sonnenausrichtung. Es war schon eine imposante Ausgrabungsstätte.
Anschließend  ging es dann weiter nach Calandia.  Dort ist die Basilika der Schwarzen Madonna. Deren Geschichte an sich ist schon sehr interessant (meint meine Frau). Doch als wir dort ankamen fanden wir zwar einen Parkplatz, jedoch war die Basilika geschlossen. So gingen wir erst einmal was trinken. Anschließend spazierten wir durch Calandia. Doch es wurde sehr schnell klar, dass die kanarischen Inseln zu Spanien gehören.
Siesta ist eben einfach Siesta.
Da kann man nichts machen. Nachdem die Basilika geöffnete, stellten wir fest, dass es zwar eine Rampe gibt, jedoch die alte Kirchentür-schwelle für Rollstuhlfahrer leider nicht geeignet ist.
Bettina ließ es sich nicht nehmen und hat es natürlich angeschaut. Für sie war es sehr interessant, während ich draußen wartete.
Zurück im Hotel fanden wir in unserem Zimmer einen Brief der Hotelleitung mit der Bitte uns zu melden.
Oh, je, was hab ich jetzt schon wieder angestellt ?
Bei der Hotel-Leiterin angekommen, stellte sich schnell heraus, dass die Praktikantin mit Frau Agviar darüber gesprochen hatte, das ich als Rolli-Fahrer doch den ein oder anderen Vorschlag hätte um den Aufenthalt für Behinderte noch angenehmer zu machen. Wir kamen ins reden und bald wurde Frau Agviar bewusst, dass es an der ein oder anderen Stelle Verbesserungen angebracht sind. Bisher wurden Sie nur von LeRo beraten, aber da sitzt keiner im Rollstuhl. Als kleines Beispiel: die Spiegel im Bad hängen so hoch, dass man nicht hineinschauen kann. Der Vorschlag: entweder die Spiegel tiefer hängen (was problemlos möglich wäre) oder kippbare Spiegel anbringen. Frau Agviar notierte sich fleißig und gewissenhaft meine Vorschläge. Bettina kam nun dazu und wir machten zusammen einen Hotel-Rundgang um alles zu demonstrieren. Mit dem Versprechen möglichst viel davon umzusetzen verabschiedete uns Frau Agviar aufs herzlichste. Ich werde bestimmt mal wieder im Dreamplacehotel Noelia Sur und sehen was davon wirklich umgesetzt wurde.
Alle Punkte habe ich dann noch mit den entsprechenden Vorschlägen per E-Mail an die Hoteldirektion geschickt.

 

Freitag(07.09.2011)

Ein weiteres leckeres Frühstücksbuffet geplündert und ab geht es in die Hauptstadt Santa Cruz. Die Hauptstadt von Teneriffa und sehr geschichtsträchtig. Von dort aus haben die Spanier Teneriffa erobert.
Wir fahren also mal dorthin, um später sagen zu können: “ Ich war in Santa Cruz”.
Santa Cruz war schnell gefunden. Die Sache mit dem Parkplatz war schon etwas schwieriger.
Wir fanden einen bewachten Parkplatz in Innenstadt nähe und als der Parkplatzwächter sah, dass ich Rolli-Fahrer bin, gab es den Parkplatz sogar umsonst.
 An einem Markt vorbei kamen wir auf einen Marktplatz an dem sich rund herum kleine Geschäfte befanden.Allerlei Merkwürdiges gab es da zu kaufen. Im Untergeschoss gab es noch einen Supermarkt und einen großen Fischmarkt. Ich wundere mich immer wieder was da so im Meer herumschwimmt. Schön gemacht und mit viel Leben erfüllt.
Als wir die Innenstadt und das Denkmal fanden war alles wie leer gefegt. Deshalb ging es erstmal Richtung Innenstadt. Wer glaubt, das nur weil es die Hauptstadt ist auch eben ist, wird eines besseren belehrt.  Ab ca 13:00 Uhr werden die Bordsteine hochgeklappt und erst ab 17:00Uhr wird es wieder belebter.
Siesta
Zeit um sich ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen

Also nochmal: in absoluten Touristen Regionen gibt es keine Siesta jedoch außerhalb davon kann es geschehen, dass man lange vor verschossen Türen steht.
Behinderten WCs sind hier auch nicht so reichlich gesät. Am ehesten findet man diese in Behörden. Zumindest kann man dort nach Ihnen fragen.

Am Abend kam dann die Hoteldirektorin nochmal zu uns um sich persönlich bei uns zu verabschieden, da sie danach in Ihren wohlverdienten Urlaub fuhr.
Wir fühlten uns echt geschmeichelt und zogen uns seltsame Blicke anderer Hotelgäste zu.
 

 

Samstag(08.09.2011)

Unser vorletztes Frühstück auf der Insel. Wir genossen das Büffet. Anschließend einen Spaziergang durch Play de las America und auf der Promenade entlang. Dort fanden wir ein öffentliches Strandbad. Das war echt der Hammer. Direkt auf dem Stand standen Sitzgruppen und Himmelbetten mit blauen Überzügen dazu weiße Himmel (seht euch die Fotos an).
So was würde es in Deutschland nie geben. Schon gar nicht mit freiem Eintritt.
Und ob das nicht schon genug wäre, NEIN, noch ein Shopping Center, das wir bisher übersehen hatten. Da staunten wir nicht schlecht. Der Eingang war auch etwas versteckt, denn man lief direkt durch eine Pool-Landschaft eines Hotels. Doch die Schilder waren eindeutig : hier geht es zum Shoppingcenter.
Wir bummelten eine Weile da durch, tranken etwas und ließen nochmal so richtig die Seele baumeln
Am ende so jeden Urlaubs steht jedoch Koffer packen an. Leider !!!

Anschließend haben wir noch schnell unser Zimmer verlängert, damit wir unsere Koffer nicht den ganzen Tag mit uns rumtragen mussten. Ging aber nur um 3 Stunden und nicht um ein paar Wochen. Wir wären gerne noch länger in dieser Gesellschaft geblieben.
Ein letzter Spaziergang war nun an der Reihe. Mit Wehmut machten wir uns auf den Weg.
Ein letztes mal hieß es: “Auf zum Dinner” . Ich glaub soviel habe ich noch nie in meinem Leben auf einmal gegessen. Muß ja auch eine Zeitlang vorhalten. Das Essen war wie immer phantastisch. Die Bedienung sehr freundlich und wir konnten es richtig genießen.
Wir tranken noch einen letzten Cocktail an der Bar. Dann verabschiedeten wir uns auch von der Crew die  immer viel zu tun hatte. Es war ein herzlicher Abschied mit der Einladung auf jeden Fall nächstes Jahr wieder zu kommen.
Nun verabschiedeten wir uns noch von der netten Belegschaft an der Rezeption. Diese würden wir ja auch am nächsten Tag nicht mehr sehen. Auch das war echt ein tolles Team.
 

 

Sonntag(09.09.2011)

Nun war es also so weit. Irgendwie kamen wir gar nicht aus dem Bett. Alles fiel schwerer als an den anderen Tagen, aber es muß wohl sein.
Es war ein komisches Gefühl. Kaum angekommen, schon wieder alles vorbei. Aber so ist Urlaub eben. Unsere kleine gelbe Kutsche mussten wir nun auch wieder zurückgeben. Auch wenn das Auto keine Klimaanlage hatte, hat es seinen Dienst anstandslos und ohne murren verrichtet.
Kofferwiegen ist nun angesagt. Nicht nur ich sondern auch unsere Koffer hatten zugelegt. Reicht es oder zuviel ? Entwarnung: knapp, aber noch unter dem Maximalgewicht, was ich von mir nicht behaupten kann.

Unsere Koffer durften wir auch gleich vorne im Nebenzimmer lassen. So war wieder genug Platz im Zimmer. Doch es war auch leider einfach nur leer.

Um 15:00 Uhr wurde es dann ernst. Unser Taxi war da und holte uns ab. Wir hatten ja schon alles vorbereitet. So war es kein Problem, dass das Taxi früher als geplant kam.

Am Flughafen angekommen, lief dann alles recht reibungslos. Am “Check In“ waren wir gleich durch. Eine nette Dame vom Bodenpersonal hat uns abgeholt und durch den Zoll gebracht. Ein Service für Rolli Fahrer. Der Flughafen auf Teneriffa ist nicht so groß, und wir schneller am Gate als erwartet.
Wir kamen dann auch mit als erste ins Flugzeug. Das Personal war sehr freundlich und hat uns geholfen. Nun gab es kein Zurück mehr auf die Insel. Nur noch zurück nach Deutschland.
Nachts kamen  wir dann in München an. Es war kalt und nass und wir wussten wir hätten auf Teneriffa bleiben sollen.